Slow Food Messe "Markt des guten Geschmacks" - 15. bis 18. April - Stuttgart, Neue Messe
Auch das hat schon Tradition auf der Slow Food Messe "Markt des guten Geschmacks": Zum vierten Male werden Schulklassen im friedlichen Wettstreit um die besten Koch-Ideen und -Fähigkeiten unter der Ägide von Andreas Eggenwirth von den Junior-Köchen Deutschlands antreten. Erneut gibt es tatkräftige Unterstützung von der AOK Baden-Württemberg, die weiß, dass sie hier in die gesunde Ernährung künftiger Generationen investiert, und von der Edeka Südwest, die den teilnehmenden Teams Einkaufsgutscheine zur Verfügung stellt. Auch das baden-württembergische Kultusministerium steht voll und ganz hinter der guten Sache. Das Format dieser Veranstaltung hat sich bewährt. Es zeigen in der Regel dreiköpfige Teams (plus Betreuer) von verschiedenen Schulen auf der Kochbühne, was sie können. Dabei gibt es drei Altersgruppen: 10 bis 12, 13 bis 15 und 16 bis 18 Jahre. Ein Hauptgericht für vier Personen soll zubereitet werden, und wie es sich für Slow Food gehört, spielt die Regionalität in Bezug auf Rezept und eingesetzte Produkte eine wichtige Rolle. Dabei haben die Teams bis zu 45 Minuten Zeit. Anschließend bewertet eine Jury die Ergebnisse und verteilt Medaillen, so dass niemand leer ausgeht. Seit Anfang Januar haben sich schon mehrere Schulen angemeldet und auch der Anmeldeschluss naht: 1. März. Der kürzeste Weg führt über www.aok-bw.de.
Typisch Slow Food: Was wäre eine Genuss-Messe ohne "Geschmackserlebnisse" bei denen man etwas lernen kann. Auch dieses Mal wird es 15 und mehr Veranstaltungen dieser Art geben, die meisten sind bereits festgezurrt. Neben den "Klassikern" wie fränkischem Gründkern und alten Kartoffelsorten und dem Thema "Wie schmeckt die Zeit?" mit Petra Forster kann man dieses Mal etwas darüber erfahren, dass auch geschmacklich Forelle nicht gleich Forelle ist, warum man bei hochwertigem Kürbiskernöl sofort an die Steiermark denkt und was sich alles in der Maultasche verbergen kann. Dass Wein und Süßes zusammen passen, ist nicht neu, wohl aber die Kombination Bier und Pralinen. Dass man Blumen auch essen kann, hat sich vielleicht herum gesprochen - aber wer traut sich schon daran? Martina Kabitzsch, die an der östlichen Stadtgrenze von Berlin Blumen nur für diesen Zweck anbaut, will zeigen wie es geht. Die Münchener Confisierie Madlon, nie um gute Ideen verlegen, präsentiert außergewöhnliche Pralinen. Man darf sich überraschen lassen.
Die Bodensee-Insel Reichenau. durch das gleichnamige Kloster auch UNESCO-Weltkulturerbe, ist wie kaum ein anderer Ort Deutschland vom Klima verwöhnt. Durch die temperaturausgleichende Wirkung des Bodensees, die positiven Auswirkungen des Alpenföhns und die daraus resultierende hohe Zahl an Sonnentagen ist es auf der Reichenau besonders mild. Hiervon profitiert zuerst der Gemüseanbau mit bis zu drei Freilandernten pro Jahr. Etwa 160 Hektar der Insel werden landwirtschaftlich genutzt. Das man davon etwas mitnehmen kann in rauere Gefilde, und dies zum Beispiel auch auf der Slow Food Messe "Markt des guten Geschmacks", dafür sorgt die "Gutes von der Reichenau GmbH & Co KG. mit ihren Produkten, die unter dem Namen "Pfiffikus" populär geworden sind. Der großen Renner ist die "Streuwürze mit Gemüsebrühe". In jeder 250-Gramm-Dose sind 800 Gramm biologisch angebautes Frischgemüse als Trockengemüse verarbeitet. Hinzu kommt naturbelassenes Steinsalz, aber jegliche Geschmachsverstärker, auch Hefeextrakt oder Milcheiweiß, sind tabu. Das Produkt ist gluten- und laktosefrei. Apfel, Kurkuma, Ingwer und Liebstöckel runden den Gemüsegeschmack ab. Zu den weiteren Pfoffikus-Produkten Gemüseküchle auf Kartofffel- oder Dinkel-Hafer-Basis. Auch hier gibt es eine Trockenmasse, die man mit Wasser aufquellen lässt und am Ende im Ofen ausbäckt. Eine wunderbare Beilage zu Gemüsegerichten und Salaten. Bärlauch- und Basilikum-Pesto schließlich runden das Programm von der Reichenau ab.
Als sich jüngst zur Grünen Woche in Berlin "Rock for nature" mit sechs renommierten Rockbands vorstellte, war als einzige Berliner Band "Sidetrack" dabei. Der freundliche Mann am Schlagzeug war kaum zu überhören. Dietmar Burmeister-Horvath spielt mit seinen Freunde gerne für einen guten Zweck, aber sein Beruf ist ein anderer: Bestes Olivenöl auf Kreta ausfindig zu machen und nach Deutschland zu bringen. Und man sollte es kaum glauben: Vor allem in der auf italienische Olivenöle fixierten Spitzengastronomie findet er offene Türen. Denn es hat sich herum gesprochen, dass es auf der griechischen Mittelmeer-Insel die allerfeinsten Öle gibt, die den guten Produkten aus Ligurien, der Toskana oder der Provence kaum nachstehen. "ELIA - Gutes von Kreta" heißt die kleine Firma in Berlin-Neukölln, die er zusammen mit seiner Frau Raphaela betreibt. Aber das andere Standbein ist auf der Insel selber. Die Horvaths sind auf die Geschäftsidee gekommen, nachdem sie schon einige Zeit Urlaub in einem kretischen Dorf gemacht hatten, die Menschen und auch das, was sie produzieren, kennen lernten. Eine große genusshandwerkliche Tradition entdeckten sie. Die angebotenen Olivenöle haben ihre komplett eigene Identität, eigene Personalangaben, Herkunftsort und Herstellernamen sind also jederzeit ersichtlich. Die meisten Olivenöle kommen aus der Region Kolimbari im Nordwesten Kretas. Die Ölmühle wird seit vielen Jahren von der Familie Mihelakis betrieben. Eine Familie, die mit Hingabe und viel Sorgfalt die Produktion von Extra Nativen Olivenölen betreibt, wie Dietmar Burmeister-Horvath sagt. Auch Honig und Essig von Kreta bietet er mittlerweile an, ja sogar Kosmetika auf Olivenöl-Basis. 2009 war er das erste Mal auf der Slow Food Messe, und sein Stand war sofort umlagert. Irgendwie scheint sich das mit Kreta herum gesprochen zu haben.
Die einen sind passionierte Chocolatiers, die anderen versuchen aus Obst die allerfeinsten Aromen zu destillieren. Und nun haben sie sich für den "Markt des guten Geschmacks" zusammen getan. Die Schokoladenmanufaktur von Eberhard Schell in der romantischen Altstadt von Gundelsheim am Neckar hat sich auf Pralinen und Schokoladen konzentriert. Der Schokolade sagt man eine erotisierende Wirkung nach: Wie verführerisch muss dann erst die Beziehung zwischen Bränden, Pralinen und Schokolade sein, sagte sich Chocolatier Schell. Neben den Klassikern rund um die Weintraube wagt er sich schon vorher an ungewöhnliche Zutaten wir Oliven, Atlantiksalz, Citrus und Weinessig, aber noch aufregendere Geschmackserlebnisse versprechen Kombinationen mit edlen Bränden. Destillateur Hubertus Vallendar aus Kail an der Terrassenmosel ist als „Aromenfänger“ stets auf der Suche nach der Quintessenz von Edelbränden und Geisten. Er stellt an seine Produkte absolute Ansprüche in Bezug auf Geruch, Geschmack und Konsistenz. Dabei kommt es auf die Nase an, beim Brennen ebenso wie beim Kosten. Mit dieser Kunstfertigkeit, die er bis zur Perfektion beherrscht, hat sich Hubertus Vallendar einen Platz unter den renommiertesten Destillateuren der Welt erobert. Keiner seiner deutschen Kollegen hat so viele internationale Preise eingeheimst. Über tausend Aromen stecken in der Kakaobohne, ein geballtes Potential, das sich am besten mit einem Kontrastprogrammm erschließen lässt: scharfen Gewürzen oder kraftvollen Getränken. Was diese geschmacklichen Gegenspieler magisch anzieht, sind einerseits die Kontraste, andererseits die Parallelen der Aromen: Daraus entspinnt sich ein verführerischer Dialog. Vier Tage lang kann man ihn in Stuttgart genießen – beim Markt des guten Geschmacks.